Meine Lieblingstasse

Mai 16, 2025

Es ist nur eine Tasse. Aber neben der Website-Gestaltung, Foldern und Plakaten für eine Out-of-Home-Kampagne erinnert mich dieses Stück jeden Tag an die gute Zusammenarbeit mit dem Haus der Musik. Und daran, dass Wörter den Unterschied machen.

Wir leben in turbulenten Zeiten. Auch bei PR- und Kommunikationsprojekten regiert zunehmend der Sparstift. Texte, Konzepte, Rundherum-Kram? Rasch die KI anwerfen und jeder gibt seinen Senf dazu. Das Ergebnis ist oftmals randomisierte Einheitsware. Umso schöner, wenn Projekte ganzheitlich gedacht werden und Text von Beginn an die Rolle spielt, die er verdient. Denn egal welcher Kanal, ob off- oder online: Der Touchpoint sind immer die Wörter.

Begleiter, der Kraft spendet

Apropos Touchpoint: Wenn Sie schon mal im Haus der Musik waren, dem Klangmuseum im Herzen von Wien, landen Sie nach einem spannenden Rundgang im Museums-Shop. Dort gibt es eine Tasse mit der Aufschrift: „Wiener Blut“. Kaffee, Wiener lieben ihn, und der gleichnamige Walzer von Johann Strauß, genau.

Ich durfte noch andere Dinge für das Haus der Musik texten. Da steht, auf einem Papiersack: Wo Musik die tragende Rolle spielt. Oder auf einem Flyer: Wo Kinderohren Augen machen. Oder auf einem Plakat, Teil einer Sommerkampagne, um die Wiener bei Hitze und allerlei Sommerplagen zu einem Besuch im Museum zu bewegen: Neue Klänge statt alte Donau, oder: Mezzoforte statt Biene auf der Torte.

Aber die Tasse begleitet mich jeden Tag, und hat dadurch einen speziellen Platz auf meinem Schreibtisch. Was für ein netter Alltagsgegenstand: Spendet Kraft, schon frühmorgens, und erinnert mich an einen kleinen Erfolg.

Gitarren-Riff statt Hai-Angriff

Was ist also die Moral von der kleinen Tassen-Geschichte? Denken Sie am besten schon morgens an etwas Positives. Ihr Tag könnte dadurch besser verlaufen. Und, für die Texterinnen und Texter unter uns: Denke auch manchmal an die Copies, die es nicht an die Öffentlichkeit geschafft haben. In meinem Fall Plakat-Slogans für die Sommerkampagne: Gitarrenriff statt Hai-Angriff. Hätte ich gerne auf einem Plakat vor der Oper gesehen, hat es nur leider nicht in die Umsetzung geschafft. So wie: Lieber Horn statt Hornisse. Singende Kids statt sengende Hitz. Klangteppich statt Badetuch. Musenkuss statt Zeckenbiss. Bands erleben statt am Badestuhl kleben. Warum trotzdem dran denken?

Weil es zeigt, was einem alles einfällt, wenn man Zeit zum Nachdenken bekommt. Das sollten auch Unternehmen nicht vergessen, die Kreativität im Worte führen und gute Ergebnisse anstreben.